Erfolgsfaktor Unternehmenskultur

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Unternehmenskultur, gelebte Werte und Employer Branding entwickeln sich für moderne Unternehmen immer mehr zu entscheidenden Erfolgsfaktoren. Organisationsentwickler Mag. Christian Vieira dos Santos bringt Unternehmen mit maßgeschneiderten Lösungen auf den richtigen Weg und schafft Raum und Strukturen für mehr Motivation, Engagement und Produktivität. Was ein ganz bestimmtes Hormon damit zu tun hat und warum die „soft facts“ von früher die „hard facts“ von heute sind, verrät der geschäftsführende Gesellschafter von SYMBIOS im afp Talk.

Neuartige Geschäftsmodelle, starker Mitbewerb, technische Innovationen, gesellschaftliche Trends: Für Unternehmen dreht sich die Welt schneller denn je. Um mit einem Umfeld Schritt halten zu können, das sich kontinuierlich im Wandel befindet, müssen erfolgreiche Unternehmen neue Wege beschreiten; abseits von ausgetretenen Pfaden, die vielleicht noch bis vor ein paar Jahren funktioniert haben aber künftig schlichtweg nicht mehr ans Ziel führen.

Schöne, neue Welt

„Früher haben Unternehmen einen Plan fürs kommende Jahr erstellt, budgetiert und dann einfach abgearbeitet“, erklärt Christian Vieira dos Santos. Ganz nach dem Prinzip einer denkt, die anderen folgen. „Heute funktioniert das kaum noch, die Welt ist gleichzeitig transparenter aber auch komplexer geworden, Unternehmen müssen dynamischer und schneller auf Veränderungen reagieren“, so der Geschäftsführer von SYMBIOS.

Chancen nutzbar machen

Für Christian Vieira dos Santos sind es aber genau diese Veränderungen, die Unternehmen Riesenchancen eröffnen. Etwa jene Bedürfnisse von Mitarbeitern endlich zu berücksichtigen, die in klassischen Strukturen oftmals nur sehr wenig Platz finden: Autonomie, Verbundenheit mit dem eigenen Unternehmen und Selbstverwirklichung. Vor allem ein größeres Maß an Selbstverantwortung mache Unternehmen anpassungsfähiger und ermögliche Arbeitsumgebungen langfristig motivierender zu gestalten. „Die Vorteile eines menschengerechteren Arbeitsplatzes gehen dabei mit handfesten wirtschaftlichen Vorteilen für das Unternehmen einher, wie etwa weniger Krankenstandtage, zufriedenere Kunden oder höhere Produktivität“, so der Organisationsentwickler.

Führungskräfte als Schlüssel

Jene Chancen werden allerdings erst durch das Schaffen der notwendigen Rahmenbedingungen realisierbar. Auch hier steht der Mensch im Mittelpunkt. „Die Veränderung muss immer vom Menschen ausgehen“, betont Christian Vieira dos Santos, „denn Organisationen verändern sich nicht, Menschen verändern sich.“ Führungskräften kommt dabei eine Schlüsselrolle zu, sie sind diejenigen, die Unternehmenskultur maßgeblich prägen und ein Arbeitsumfeld zur Verfügung stellen können, von dem sowohl Mitarbeiter als auch Unternehmen nachhaltig profitieren.

„soft facts“ werden „hard facts“

Wie Menschen auf unterschiedlichste Einflüsse innerhalb ihrer Arbeitsumgebung reagieren, was motiviert, was frustriet, Produktivität steigert oder Verbundenheit mit dem Unternehmen senkt - all diesen früher schlicht als „soft facts“ abgestempelten Faktoren wurde inzwischen wissenschaftlich auch den Grund gegangen. Das Ergebnis ist ein umfassendes, detailgetreues Abbild der Unternehmenskultur. Und genau auf diesem - quasi Pinselstrich für Pinselstrich durch die fundierten Erkenntnisse renommierter Wissenschaftler gezeichneten - Bild, basiert die Arbeit von Christian Vieira dos Santos.

Blut lügt nicht

So arbeitet dieser mit einem US-amerikanischen Neurowissenschaftler zusammen, der die Ausprägung der Unternehmenskultur anhand des Hormons Oxytocin im Mitarbeiterblut misst. „Es handelt sich um ein soziales Hormon, das unser Körper produziert, wenn er Vertrauen erlebt und sich wohl fühlt“, erklärt der Organisationsentwickler. „Führungskräfte erhalten so handfeste Informationen, was sie konkret und unmittelbar tun können, damit sich Mitarbeiter mit dem Unternehmen verbunden fühlen.“ Übrigens auch auf vollkommen unblutige Art und Weise …